Seit 1998 ist Knut Polkehn Mitarbeiter an der Professur Ingenieurpsychologie von Prof. Wandke mit Forschung
und Lehre zu webbasierter Kooperation, CSCW, Assistenzsysteme, Bedien- und Anzeigekonzepte, Usability-Methoden,
Online-Forschung. Er ist seit 1999 als Usability Consultant für die artop GmbH in unterschiedlichsten
Projekten tätig mit dem Schwerpunkt: Anforder-
ungsanalysen und Prozessberatung. Gemeinsam mit Jens Hüttner
leitet er seit 2006 die berufsbegleitende Ausbildung Usability Consultant.
Ausgehend von Beispielen klassischer Web 2.0-Anwendungen, die unter dem Stichwort Social Software
insbesondere Kommunikation und Kooperation in Communities (von Flickr bis Facebook) unterstützen,
wird gezeigt, wie man durch simple Analyse von Grundaufgaben neue und erfolgreiche Web 2.0-Anwendungen
entwickeln kann.
Beispiel ist Doodle (www.doodle.de), gerade erst 2007 als Tool für die Terminkoordination
entwickelt. Die Internet-Plattform gehört in der Schweiz mit mehr als einer halben Million Besuchern
pro Monat bereits heute zu den meistbesuchten Websites.
Schaut man sich aber Doodle genauer an,
entdeckt man scheinbar gravierende Usability-Probleme (z. B. fehlende Kontrolle über die eigenen
Einstellungen durch Bearbeitbarkeit durch andere Benutzer), die von Benutzern auch thematisiert werden,
aber nur unter Preisgabe anderer Erfolgsfaktoren (einfache Koordination ohne Login) zu lösen sind.
Hier kann eine genaue Analyse derartiger Trade-offs zu neuen Lösungsmöglichkeiten und damit
potenziell erfolgreichen Funktionen führen.
Der Vortrag zeigt dies am Beispiel von Doodle und regt
an, die Identifizierung usability-bezogener Trade-offs als Chance für die Entwicklung innovativer
Produkte zu begreifen.