Die IT-Anforderungen an Unternehmen die unsere Nahrungsmittel produzieren steigen stetig. Die Herkunft aller verwendeten Zutaten müssen nachgewiesen, alle Verarbeitungsschritte dokumentiert werden. Der Aufwand für Zertifizierungen (z.B. Bio) steigt, eine digitale Kommunikation und Produktlistung bei Handelsketten ist Pflicht. Papierbasiertes Arbeiten wird damit unmöglich und die Nutzung eines passgenauen ERP-System zur digitalen Abbildung aller Prozesse künftig auch für kleinste und kleine Landwirtschaftsunternehmen alternativlos. Leider fehlen jedoch gerade diesen Unternehmen Kompetenz, Zeit und Geld für die Auswahl, Anpassung und Einführung einer solchen komplexen Softwarelösung.
Das Forschungsprojekt RegioFood_Plus arbeitet an einer Lösung dieses Problems: Unternehmen der Ernährungswirtschaft und ein Hersteller einer Branchensoftware erarbeiten gemeinsam in einem partizipativen, iterativen Prozess ein Softwaretool, mit dem Unternehmensverantwortliche der Produzenten Informationen in einem Dialog eigenständig, schnell und effizient erfassen können. Hiermit wird dann eine kostengünstige Individualisierung von branchenspezifischen ERP-Systemen möglich. Lösungsansätze und Prototypen werden entwickelt und in Unternehmen getestet. Im Beitrag werden Problemstellung, nutzerzentrierte Vorgehensweise sowie erste Lösungsansätze vorgestellt und diskutiert.